Was bewegt uns im Innersten? Ist es nicht der tiefe Wunsch mit (einem) anderen Menschen verbunden zu sein? 

Das Bedürfnis nach Bindung, das uns vom ersten Lebensmoment an begleitet, bleibt lebenslang erhalten und erhält seinen stärksten Ausdruck in der Paarbeziehung. In der emotionsfokussierten Paartherapie steht dieses Bedürfnis im Mittelpunkt. 

Um einen Eindruck davon zu bekommen, was dies für die Paartherapie bedeutet, schauen Sie sich gerne folgendes Video an:

 

In den 80er Jahren entwickelte die amerikanische Paartherapeuti Sue Johnson die emotionsfokussierte Paartherapie. Mittlerweile ist dieser Zugang in der ganzen Welt verbreitet ud zählt zu den am besten untersuchten und als besonders wirksam belegten Ansätzen in der Paartherapie. In den USA stellt sie mittlerweile die am häufigsten angewandte Form der Paartherapie dar. 

Die emotionsfokussierte Paartherapie verbindet systemische, bindungsorientierte und humanistische Ansätze. Damit hebt sie sich ab von einseitig auf die Kommunikation zielenden Konzepten. Die Bindungstheorie geht davon aus, dass Menschen aller Altersstufen ein Bedürfnis nach engen und von intensiven Gefühlen geprägten Beziehungen haben. Störungen in der Paarbeziehung werden aus diesem Blick heraus als verzweifelte Versuche gesehen, die gefährdete Bindung zu bewahren. 

Ein Hauptaugenmerk der Therapie liegt deshalb zunächst auf der Identifikation wiederkehrender Muster in der Beziehung, sogenannten Teufelskreisen. Diese schleichen sich in Krisensituationen mit schöner Regelmäßigkeit ein. Sie gilt es zu erkennen und Trigger zu identifizieren. Bei genauer Betrachtung können diese Teufelskreise als (verzweifelte und meist vergebliche) Versuche verstanden werden, die bedrohte Bindung um jeden Preis zu erhalten. Und genau dieses Verhalten führt dann allzuoft dazu, dass sich die Partner voneinander entfernen. 

Die Therapie gliedert sich in drei Phasen:

  • Erkennen negativer Interaktionszyklen, Deeskalation und Schaffung einer sicheren Basis durch die Therapeutin
  • Stärkung der emotionalen Verbindung und Veränderung des Interaktionsmusters
  • Entwicklung neuer Lösungen für alte Probleme und Stärkung der neu gewachsenen Verbindung